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Ich möchte mal Schritstellerin werden.

Hier ein paar Beispiele. Natürlich füge ich nur Sachen ein, die neu sind und die noch niemand kennt, damit mein Blog so anonym bleibt, wie er ist^^

Also los:

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Deidre - eine etwas abgedrehtere Geschichte, inspiriert, von einem irre schlecht geplotteten aber gut geschriebenen (zumindest im ersten Teil) Buch namens Hexenstunde.

Hallo. Mein Name ist Deirdre. Nach der Therapie dachte ich lange, meine Kleine sei mein Name, denn der Mann nannte mich so. Meine Kleine. Die Menschen in meiner Umgebung sprachen mich an und nannten mich Deirdre. Zuerst hielt ich es für ein Wort, eines, das ich vergessen hatte. Eines der vielen, die in den Schocks aufgegangen waren. Die im hellen Licht der elektrostatischen Energie einfach verhallt waren, so als wären es wirklich nur Worte, rein zufällig gesprochen in meinem Kopf. Erst mit der Zeit lernte ich zu begreifen, dass Tante Carl mich meinte, wenn sie von Deirdre sprach. Ich habe mich natürlich erschreckt, als ich es Begriff. Stellen sie sich nur meine Verwunderung vor. Ich hatte meinen Namen vergessen. Soweit war es also gegangen. Und meine schwarze Nanny kümmerte sich um mich, als sei ich wieder sechs Jahre alt und nicht die junge Frau, die in Europa gelebt hatte, die in ihrer Jugend von Internat zu Internat wechselte, blass und hell, mit meinem Geheimnis. Meinen Geheimnis, dass Sie wohl als düster begriffen hätten, dass mich zwar quälte, aber doch mein Licht war. Der Mann. Mein Inkubus. Selbst als ich meinen Verlobten hatte, den Lehrer meines letzten Internats, der mich im Französischunterricht niemals fragte, da er wusste, dass ich nicht zu lernen pflegte, kein Interesse hegte und mich nicht kümmerte. Der mich aufgegeben hatte und abgehakt, der des Abends zurückkehrte, zu Frau und Kind, einem biederen Leben am Kaffeetisch. Und der mich doch nie ganz vergaß. Den ich irritierte, wie ich da saß. Mit meinem anteilsnahmslosen Kindergesicht, meinen langen, schwarzen schweren Haare, die nun unordentlich herab hingen, nach all den lächerlichen Korkenzieherlocken, die Tante Millie mir als Kind aufgedrehte hatte. Ich liebte meine Haare und jedes Mal, dass ich nach Hause fuhr, in das große verfallene Südstaatenanwesen, drehte ich sie wieder sorgfältig auf diese albernen Lockenwickler, drapierte anschließend die adretten Kringel auf meinem Kopf, band eine große farbige Schleife hinein und lächelte mein unschuldigstes Kinderlächeln. Lächelte, wenn ich durch den Garten schritt, mit den großen, fremdartigen Stauden, die sich in der tropischen Hitze zu einem Urwald auswuchsen. Lächelte, wenn ich die Frösche und Kröten hörte, die unseren Garten bevölkerten, wie eine Landplage. Lächelte, wenn ich an den Teich dachte, der hier sein musste, den wir jedoch seit zwei Generationen nicht mehr finden konnten. Lächelte, während meine Locken bei jedem Schritt wippten, den ich über unseren Kiesweg tat und lächelte auch noch, diesmal sogar ehrlich, wenn meine liebe dicke Nanny mir entgegen stürzte, die als einzige am Fenster gewartet hatte, gewartet, wann ich endlich die lange Auffahrt hinauf kommen würde, gewartet und gelauscht auf meine Schritte, auf dem Kies, den sie knirschen hören würde, bevor sie mich auch nur sah. Sie, die mich schimpfte, wenn mein Kragen schief saß, wenn ich meinen Rocksaum in den Dreck hatte hängen lassen, wenn ich mir im Garten den Weg zur alten, modrigen Schaukel bahnte, die niemand außer mir, mehr erreichen konnte. Ich liebte meine Haare und ich liebte die Maske meiner Locken. Meinen Inkubus liebte ich vor den Schocks zuletzt nicht mehr, auch wenn er alles getan hatte, mich zu retten. Ich erinnere mich immer noch, wie ich auf die Liege geschnallt wurde und wie um mich herum alles kurz und klein gehauen wurde. Wie der Mann wenige Schritte von mir tobte und heulte, wie er den Assistenzarzt packte und durch die Fensterscheibe hinaus in den hohen Flur schleuderte, in dem meine unglückselige Tante Carl stand und den Oberarzt anschrie, er solle endlich den Schalter umlegen. Ich vermute, dass der Mann mit den ersten Stromschlägen, die meinen Körper durchfuhren verschwand, gerade, als mein Geist sich im weißen, grellen Licht auflöste. Mein armer Inkubus. Ohne meinen Geist, konnte er nicht bleiben und mir nicht helfen. Als ich wieder zu mir kam, schien die Sonne in mein weißes Zimmer hinein, auf das Fußende meines weißen, verschnörkelten Metallbettes.Ich kannte das Krankenzimmer bereits, nur woher, das erinnerte ich nicht. Neben meinem Bett stand der Mann, seine Anwesenheit für mich so deutlich zu fühlen, wie dir Decke auf meiner Haut. Diesmal sah ich ihn nicht an und gab ihm keine Kraft, mein Verlangen, ihn zu sehen war verschwunden, ich benötigte ihn nicht zu meinem völligen, schwerelosen Glücklichsein, wie ich hier lag, im Sonnenlicht meines Krankenzimmers, das die Muster der Gardine über meine weißen Laken warf und über meine weiße Haut. Gedämpft drangen die Geräusche des Gartens, der Vögel und anderer geschäftiger Schwestern herein.




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